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Zinssenkungen auch im Euro-Raum erwartet

Während die amerikanische Notenbank, die FED, in den letzten Wochen die Leitzinsen bereits um 125 Basispunkte gesenkt hat, hört man seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), dass im Euro-Raum kein Grund für Zinssenkungen bestehe. Ihren harten Kurs begründet die EZB damit, dass auch und vor allem gerade in schwierigen Börsenphasen eine niedrige Inflation am wichtigsten sei. Diese Einstellung lässt natürlich kaum Platz für Zinssenkungen zu, allerdings muss diese Aussage auch immer gegen die wirtschaftliche Entwicklung abgewogen werden. Oftmals ist eine leicht höhere Inflation besser, als ein zu heftiger Wirtschaftsabschwung, den der Börsianer als „hard landing“ bezeichnet. Betrachtet man sich die Entwicklung des 3-Monats-Euribor, des Zinssatzes für Interbankengeschäfte mit drei Monaten Laufzeit, dann ist hier mindestens eine Zinssenkung durch die EZB eingepreist. Auf dem Kreditsektor ist dies ja schon zu spüren. So verbilligten sich Kredite und Darlehen zur Finanzierung der eigenen vier Wände seit Weihnachten um durchschnittlich fast 40 Basispunkte. Ganz besonders interessant werden zu erwartende Zinssenkungen aber für Anleger sein, die ihr Geld in Form von Tages- oder Festgeld angelegt haben. Besonders beim Festgeld ist ebenfalls schon ein Trend zu Zinssenkungen zu erkennen, denn die meisten Angebote bieten bei einer Laufzeit von zwölf Monaten die höchsten Zinsen, während längere Laufzeiten wieder schlechter verzinst werden. Bei den Tagesgeld-Zinsen ist die Lage zwar derzeit noch stabil, aber das kann sich schnell ändern. Wer also überlegt, Geld in Form von Tagesgeld oder Festgeld anzulegen, der sollte sich das derzeitige Zinsniveau lieber noch jetzt sichern, als nach einer ersten Zinssenkung fieberhaft gute Angebote zu suchen.