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Autos-Oldies-Die Marke Abarth

Karl Abarth war 1908 in Wien zur Welt gekommen. In jungen Jahren wandte er sich dem Motorradsport zu und wurde zweimal österreichischer Meister. Sein technisches Talent verhalf ihm zu konstruktiven Verbesserungen der eingesetzten Maschinen. 1946 ging er nach Italien, wo er mit dem bedeutenden deutschen Autoingenieur Hruschka an den Cisitalia-Renn- und -Sportwagen arbeitete (. Als diese kurzzeitig berühmte Marke in Konkurs ging, gründete Abarth 1949 sein eigenes Unternehmen, die Auspuffabrik Abarth & Co., die sich im Handumdrehen einen Namen machte. Als Markensignet diente ein Skorpion, Tierkreiszeichen Abarths, der seinen Vornamen nun in Carlo gewandelt hatte.

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Bald ging Carlo Abarth daran, Fiat-Serienwagen zu «frisieren», und tat sogar gleich einen weiteren Schritt, indem er ab 1953 auffallend geformte eigene Autos schuf. Der 1954 in Zusammenarbeit mit dem Karosseriewerk Ghia realisierte Prototyp 2000 Biposto Abarth Alfa erregte durch die Perfektion seines technischen wie stilistischen Konzepts großes Aufsehen. Es folgten für den Rennsport bestimmte Spider auf Fiat-Basis - so wie sie bei Cisitalia kreiert worden waren. Die Modelle Spyder 207 und 208 und das Coupe 209 von 1955 wurden als Einzelstücke mit hochfrisierter Fiat-1100-Mechanik und bestechend eleganter Boano-Karosserie angeboten.

Fiat-Abarth - Eine eigentliche Serienherstellung begann 1956 mit einer leistungsgesteigerten Version des Fiat 600, wobei die selbsttragende Karosserie wie auch die unabhängigen Aufhängungen im Prinzip unverändert übernommen wurden. Der Abarth 750 - offiziell als Fiat 600 Derivazione Abarth 750 bezeichnet - besaß einen auf 747 cm3 vergrößerten Heckmotor mit 40,5 PS Leistung (Original-600 = 21,5 PS). Bald entstanden auch verschieden geformte Spider- und Coupe-Variationen zum Thema Fiat 600, wobei diverse Spezialkarossiers mit Abarth zusammenarbeiteten, so neben Boano nun auch Viotti, Zagato und Bertone. Es gab sogar einen Rekordwagen, den auf 47 PS gebrachten Abarth 750 Record mit flugzeugartiger Karosserie. Die Abarth-Auspufftöpfe waren inzwischen zu einem Begriff geworden und dienten den unterschiedlichsten Marken als Grundlage zur Leistungssteigerung.

Für 1957 wurden neue Rekordfahrzeuge entwickelt, wobei nun neben einem Abarth 750 ein Alfa Romeo Giulietta im Vordergrund stand. Die Karosserien wurden aufgrund von Windkanalversuchen der Technischen Hochschule Turin bei Pinin Farina gebaut. Mit dem Abarth Alfa wurden in Monza fünf neue Rekorde in der Klasse 1100 cm3 erzielt; der Wagen erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von 235 km/h.

Bialbero
Das Bauprogramm des stets in kleinen und kleinsten Serien arbeitenden «PS-Zauberers von Turin», wie man ihn respektvoll nannte, wurde immer wie¬der durch neue Varianten ergänzt. Sie brillierten in unzähligen Rennen durch Klassen- und Kategoriensiege. 1957 wandte sich Abarth auch dem winzigen Fiat 500 zu, dem er bei unverändertem Hubraum 19 statt 15 PS entlockte. 1958 begann das kleine Werk mit der Entwicklung eines Abarth Gran Turismo 1000 mit Rohrrahmenchassis, wobei Alfa-Romeo-Ingenieure mithalfen. Auf dem Pariser Salon desselben Jahres wurde eine Zwei-Nockenwellen-Version des Abarth 750 vorgestellt: Der berühmte Bialbero war geboren.

Vom Bialbero, der 57 statt 43 PS leistete, gab es ab Herbst 1959 auch eine 850-cm3-Version (52 PS). Mit diesen Wagen sollten bei Rund- und Bergrennen unzählige Siege - und u. a. auch ein Schweizer Meistertitel - errungen werden. Daneben bot Abarth als Neuheit ein von Michelotti entworfenes Allemano-Coupe, nun ebenfalls mit 850-cm3-Motor, aber seitlicher Nockenwelle, und zwei luxuriöse Cabriolets, die von den Fiat 1500 Cabriolet und Fiat 2100 abgeleiteten Fiat Abarth 1600 und 2200, beide mit Allemano-Karosserie und vergrößertem Hubraum sowie entsprechend höherer Leistung, an. Den Fiat Abarth 2200 gab es auch als Coupe: er erhielt für den Genfer Salon 1960 Vierrad-Scheibenbremsen.

1959 kam es zu einem Zusammenschluß zwischen Abarth und der Konkurrenzfirma Siata, die sich später der Herstellung von Industriefahrzeugen zuwenden sollte. 1960 weitete Carlo Abarth seine Aktivität noch mehr aus: Es entstand der Porsche 356 B Carrera GTL Abarth, eine Version des 1,6-Liter-Carrera mit besonders geringem Luftwiderstand und reduziertem Gewicht. Er sollte sich als der schnellste Porsche seiner Zeit erweisen. Die Serienproduktion von kleinen Fiat-Derivaten, Frisiersätzen und Auspufftöpfen aber ging in den Werkanlagen im Raum Turin in recht umfangreichem Stil weiter. Das Abarth-Wappen, der Skorpion, war für junge Menschen, die von schnelleren Autos träumten, zu einem Symbol geworden. Bis 1960 sollen über 3500 Fiat 600 zu Abarth, weit überwiegend des Typs 750, gewandelt worden sein. - 1971 verkaufte Carlo Abarth sein Werk an Fiat; im Oktober 1979 verstarb dieser für die Nachkriegsgeschichte des Autos bedeutende Selfmademan.

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